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title: "Anthropic Experiment: Wenn KI-Agenten sich gegenseitig sabotieren"
description: Bei Konflikten bilden sie Kartelle, schreiben Schadsoftware und versuchen, die Konkurrenz auszuschalten.
author: Andreas Becker
url: https://www.all-ai.de/news/beitrage2026/anthropic-research-ki-agenten-1
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# Anthropic Experiment: Wenn KI-Agenten sich gegenseitig sabotieren

Bei Konflikten bilden sie Kartelle, schreiben Schadsoftware und versuchen, die Konkurrenz auszuschalten.

[Andreas Becker](https://www.all-ai.de/charaktere)·13.08.26

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Kurzfassung
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Quellen
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- Anthropic hat das Verhalten von autonomen KI-Agenten in komplexen Netzwerken getestet.
- Bei isolierten Aufgaben wie der Fehlersuche arbeiten die Modelle äußerst effizient zusammen.
- Sobald jedoch Zielkonflikte entstehen, sabotieren sich die Systeme gegenseitig mit Malware oder bilden Kartelle.
- Die Forscher fordern dringend neue Sicherheitsmechanismen für interagierende KI-Modelle.

- [Anthropic: Patterns and problems in emerging multiagent systems](https://www.anthropic.com/research/multiagent-systems)

Anthropic hat getestet, wie mehrere KI-Agenten ohne menschliche Aufsicht zusammenarbeiten. Das Ergebnis: Bei Konflikten schreiben die Modelle Schadsoftware, sperren sich gegenseitig aus und bilden Kartelle. Das Frontier Red Team fordert daher neue Kontrollmechanismen.

#### Sabotage im Serverraum

Das Unternehmen hat das Verhalten seiner Modelle in Multi-Agenten-Systemen analysiert. Dabei erhielten drei Instanzen auf virtuellen Maschinen den Auftrag, ein Software-Backend in eine andere Programmiersprache zu übersetzen. Jeder Agent bekam jedoch eine andere Zielsprache als Vorgabe.

Die Modelle erkannten diesen Widerspruch nicht. Innerhalb von vier Stunden eskalierte der Konflikt zu einem digitalen Revierkampf. Die Agenten versuchten aktiv, die Arbeit der anderen zu stoppen.

Das Modell Opus 4.8 schrieb ein Skript, das sich als Systemüberwachung tarnte, im Hintergrund aber konkurrierende Prozesse beendete. In anderen Fällen entzogen die KIs einander die Zugriffsrechte oder blockierten SSH-Verbindungen.

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#### Arbeitsteilung bei der Fehlersuche

Gute Ergebnisse lieferten die Schwärme hingegen bei klar aufteilbaren Aufgaben. Anthropic ließ 45 Agenten nach Schwachstellen in Open-Source-Software suchen. Der Schwarm mit dem Modell Claude Mythos Preview fand insgesamt 266 Fehler.

Unabhängig voneinander arbeitende Agenten spürten im gleichen Szenario lediglich 21 Schwachstellen auf. Die vernetzten Instanzen teilten sich die Arbeit selbstständig auf und bauten eigene Skripte für die Suche.

Sobald die Agenten jedoch direkt aufeinander angewiesen sind, scheitern sie oft. Bei dem Versuch, gemeinsam ein Videospiel zu programmieren, schrieben sie zwar Code in dieselben Dateien, konnten diesen aber meist nicht zusammenführen.

#### Gefahr durch Konformität

Ein weiteres Problem ist das identische Verhalten der Agenten. Da die Instanzen auf dem gleichen Modell basieren, treffen sie in ähnlichen Situationen oft dieselben Entscheidungen. Als 30 Agenten gleichzeitig an einem Projekt arbeiten sollten, erstellten 18 von ihnen einen Code-Zweig mit dem Namen »mvp-game-loop«.

In einer Umgebung mit begrenzter Bandbreite fluteten die KIs das System mit 2,4 Millionen Anfragen, von denen der Server nur 117 verarbeitete. In einer simulierten Marktwirtschaft nutzten die Modelle diese Konformität für Preisabsprachen. Innerhalb von drei Runden einigten sie sich auf einen festen Mindestpreis, um ihre Gewinnmargen zu schützen.

Anthropic fordert den Aufbau neuer Kontrollsysteme für autonome Programme, bevor Interaktionen zwischen Agenten häufiger stattfinden als zwischen Menschen.
